Wissenswertes über Waarschip

Die Geschichte der WAARSCHIP-Werft:

WAARSCHIP bv begann 1963 in der Ortschaft Waar in Holland mit der Herstellung des W 600. Von der Ortschaft Waar leitet sich auch der Name WAARSCHIP ab. Es ist also kein warship, was ja englisch Kriegsschiff bedeuten würde und Schiff schreibt man in Holländisch "Schip" und nicht ship wie im Englischen.

Von Anfang an wurden die Schiffe als Selbstbausätze konzipiert, wobei der Rumpf im Rohbau (also nur die Schale ohne Deck und Innenausbau) immer auf der Werft gebaut wurde.

Das blieb auch bei den späteren Typen so. Das Konzept wurde damals sehr gut vom Markt angenommen und so folgte 1965 der Typ W 710, 1968 das W 725. Vom W 725 wurden in knapp 10 Jahren weit mehr als 1000 Stück gefertigt. Damit ist der so genannte Vierteltonner das meistgebaute WAARSCHIP. Es folgten dann die Typen 870 (Halbtonner), 730 (2,9m breit!), 570, 660, 740, 740 Ocean, 900, 900 plus, 1010, 1076, 36'LD, 28'LD und 1220. Insgesamt könnten weltweit weit mehr als 4000 WAARSCHIPs schwimmen (wenn es sie noch alle gibt).

Die Verkäufer der WAARSCHIP-Werft haben immer dazu tendiert, die Angaben über die Bauzeiten durch den Selbstbauer zu untertreiben. Das kann man nicht nur als böse Absicht einstufen, denn die individuellen Abweichungen durch die Selbstbauer sind zwangsläufig sehr groß. So kennen wir zum Beispiel einen 1010 Selbstbauer (es war dessen 3. WAARSCHIP-Bau), der eher schnell und zügig und nicht immer so ganz pingelig gebaut hat, der in knapp 800 Stunden fertig wurde. Andere, sehr ins Detail gehende Selbstbauer, konnten auch schon mal 3000 Stunden für denselben Typ brauchen.

In den 90er Jahren geriet die Werft in wirtschaftliche Turbulenzen. Es ließen sich nicht mehr die Anzahl von Baupaketen verkaufen, die für ein Überleben notwendig gewesen wäre. Die Werft ließ sich auch auf große High-tech-Einzelbauten von Katamaranen ein, die nicht so abgeliefert werden konnten, wie es für Werft und Kunde wünschenswert gewesen wäre. Die immer größer werdenden Typen wurden dann auch vereinzelt auf der Werft fertig gebaut, wofür qualifiziertes Personal fehlte und was fast immer großen Ärger gab. Mitte der 90er Jahre gab es dann zwei Konkurse, bei denen einige Kunden Anzahlungen verloren, weil sie weder Geld zurück noch die bestellten Baupakete bekamen (siehe auch unter Typenübersicht W 1076 u. W 36'LD).

Ca. 1998 versuchten dann neue Investoren den WAARSCHIP-Gedanken wieder zu beleben. Es wurden bei „Kees van de Stadt“ neue Typen entworfen und ein Schnellbausystem eingeführt. Einen wirklichen Durchbruch am Markt, der nur annähernd mit dem Erfolg der früheren WAARSCHIP-Werft in t`Waar zu vergleichen war, brachte dies jedoch nicht.

Was man auch ganz nüchtern sehen muss, der moderne Holzbootsbau ist, handwerklich ausgeführt, sehr zeitintensiv und daher bei gewerblicher Herstellung teuer bis unbezahlbar. Die GFK-Bootsindustrie ist in den letzten 2 Jahrzehnten beim Großserienbau so preisgünstig geworden, dass die ursprüngliche WAARSCHIP-Idee, der Selbstbauer käme mit diesem System billig zu seinem Schiff, heute fast ins Gegenteil verkehrt ist. Die Schlussfolgerung aus dieser Entwicklung muss, nüchtern betrachtet, sein, die ursprüngliche WAARSCHIP-Idee ist Geschichte, und Neubauten haben ab dem Jahre 2000 nur noch eine Rolle in einer Nische gespielt.

Dennoch gibt es eine beträchtliche Zahl an gebrauchten WAARSCHIPs und unter Insidern erzeugt der Name WAARSCHIP immer noch ein Leuchten in den Augen. Solange das so ist, werden unsere Dienstleistungen noch gefragt sein.